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Augenoptische Hilfsmittel für besseres Sehen

und daher möglicherweise für besseres Lesen

    Einfache Hilfsmittel:

    Lesepfeil
    Viele Kinder haben Probleme, beim Lesen die Zeile zu halten. Das einfachste und preisgünstigste Hilfsmittel ist ein "Lesepfeil", den man selbst aus (z.B. blauem) Karton ausgeschneiden kann. Die Breite kann ca. 12cm betragen. Beim Lesen hilft die obere Nase, den bereits gelesenen Text abzudecken. Die Pfeilspitze an der rechten Seite soll helfen, leichter die neu folgende Zeile zu finden.

    Lesepult
    Es ist oft zu beobachten, dass ein Kind fast schon mit der Nasenspitze liest oder schreibt. Ein möglicher Grund dafür liegt in der ergonomisch ungünstigen Anordung eines flachen Tisches, auf dem das Buch oder Heft liegt. Viel günstiger ist die Situation, wenn ein Tischplatte geneigt werden kann. Ist dies nicht möglich (z.B. meist in der Schule), dann kann ein einfacher Trick helfen: einen Aktenordner als Lesepult verwenden, dessen eine Seite mit Moosgummi oder anderem rutschfestem Material beklebt ist.

     

    Lesestab
    Dies ist ein transparenter Plexiglas-Stab, der wie ein halbierter Zylinder geformt ist. Er vergrößert die Schrift (die Buchstaben werden leicht in die Höhe gezogen) und hilft ausserdem, die Zeile beim Lesen besser zu halten. Am besten eigenen sich Lesestäbe, die eine rote Führungslinie aufweisen. Erhältlich in augenoptischen Fachgeschäften, Kosten ca. 25 EUR.

     

    Hellsicht-Zeilen-Lupe
    Hellsicht-Zeilen-Lupe
    Diese Lupe wurde speziell für Kinder mit Leseproblemen entwickelt und ist erst seit kurzem auf dem Deutschen Markt erhältlich. Das zentrale Lesefenster sorgt dafür, dass die Aufmerksamkeit nur auf wenige Wörter gerichtet ist, der Rest wird abgedunkelt. Auch diese Lupe wird nur in augenoptischen Fachgeschäften vertrieben (Hersteller: Schweizer Optik) und kostet ca. 50 EUR.

     


    Lesefolie
    Die individuell beste Farbe muss zunächst aus (mindestens) zwölf verschiedenen Farben ermittelt werden (siehe: Lesen mit Farben ). Wenn sich in diesem Test herausstellt, dass eine der Lesefolien die Wahrnehmung verbessert, was für etwa 50% aller Kinder mit Leseschwierigkeiten zutrifft, wird die Folie einfach auf das Lesegut gelegt. Kosten einer Folie ca. 20 EUR.

     

    Aufwändigere Hilfsmittel

    Korrektionsbrille
    Eine Brillenkorrektion wird grundsätzlich nur verordnet, sofern eine Fehlsichtigkeit vorliegt. Je nach verwendeter Messmethodik können sich allerdings die Ergebnisse unterscheiden, ob die Fehlsichtigkeit beim Augenoptiker, beim Augenarzt oder bei der Orthoptistin gemessen wurde.
    Die besten Resultate, das heisst die bestmögliche Unterstützung bei Sehproblemen, konnten aus meiner Erfahrung mit der Prismenkorrektion erreicht werden (siehe
    Studie).

    Die Prismenbrille wird dann verordnet, wenn es Hinweise auf Sehprobleme gibt, die Sie eventuell schon mit Hilfe des Fragebogens selbst feststellen können. Viele Probleme des Sehens entstehen durch nicht-ideale Zusammenarbeit beider Augen. Dies wird auch Winkelfehlsichtigkeit genannt.
    Die Prismen unterstützen das Augenpaar, sich in diejenige Augenstellung zu begeben, in der der geringste Energieumsatz (geringster Stress) geschieht. Damit wird den Augenmuskeln nicht das Arbeiten abgenommen, sondern die Arbeit wird wieder gleichmässig verteilt und der Aufwand zur Ansteuerung im Gehirn verringert.
    Gleichzeitig mit der Korrektion der Winkelfehlsichtigkeit wird auch eine eventuell vorhandene astigmatische Fehlsichtigkeit ("Hornhautverkrümmung") und eine Kurz- oder Übersichtigkeit korrigiert.
    Die Prismenbrille ist für das Sehen in allen Entfernungen geeignet, also keine reine Nahbrille.
    Kosten für die Messung der Winkelfehlsichtigkeit 30 bis 120 EUR je nach benötigter Zeit und Kalkulation des Augenoptikers. Kosten für die Brillenfassung: 40 - ca. 150 EUR je nach Qualität und Design. Der Mehrpreis zu Brillengläsern ohne Prismen liegt bei lediglich ca. 25 EUR pro Glas! Es trifft also nicht zu, dass Prismenbrillen extrem teuer sind, wie manchmal behauptet wird.

     

    Farbige Brillengläser
    Wenn bereits herausgefunden wurde, dass eine farbige Lesefolie von Vorteil ist, kann im Prinzip zusätzlich zur Prismenkorrektion auch noch die bestmögliche Brillenglasfarbe bestimmt werden. Da die Farbgläser nur in bestimmten Situationen getragen werden (in der Schule, bei den Hausaufgaben, bei Kopfschmerzen), fertigt man meist einen Clip an, der auf die vorhandene Brille wie ein Sonnenclip aufgesetzt wird.
    Meiner Erfahrung nach ist dieses Hilfsmittel nur relativ selten notwendig. Für Kinder, die ohnehin mit Schulproblemen zu kämpfen haben, sollte sehr genau überlegt werden, ob ihnen eine auffällige Brillenglasfarbe zugemutet werden kann: mit dieser Brille fallen sie noch mehr auf.

    Die Bestimmung der Brillenglasfarbe erfolgt mit einem speziellen Gerät (Colorimeter - nähere Informationen siehe Seiten von Arnold Wilkins bei
    Links), die anschließende Fertigung der exakten Tönung ist sehr aufwendig. Die Kosten liegen bei dieser Methode pro Glas bei ca. 200 EUR.

    Eine einfache und kostengünstigere Methode erprobe ich derzeit in der Praxis, bei der meist für rechts und links unterschiedliche Farben verwendet werden. Damit fällt solch eine Brille stark auf und darf nicht im Straßenverkehr getragen werden. Wegen der besonderen Auffälligkeit einer Brille mit bunten Gläsern empfehle ich solche Gläser für Legastheniker nur in Ausnahmefällen, denn diese Kinder möchten in der Schule meist nicht noch mehr auffallen.
    Wenn aber Menschen unter sehr starken Sehproblemen in Kombination mit Migräne/ Kopfschmerzen leiden, dann ist dieses Verfahren in Kombination mit der Prismenbrille von großem Vorteil.
    Die Farbgläser werden meist zu Hause oder auch am Arbeitsplatz (z.B. am Computer) getragen. Der Gläserpreis liegt bei ca.55 EUR pro Glas.

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     zuletzt überarbeitet am  04.11.06

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